Wo? Kaunas in Litauen Wann? Von Freitag 22. bis Sonntag 24. Juni 2012
Die Nachstellungen von grossen historischen Schlachten sind immer beliebter, denn sie entsprechen dem Wunsch des Menschen, sich in eine andere Zeit zu versetzen. Auguste Raffet (1804-1860) Die Überquerung der Memel im Juni 1812.
Den Historikern nach war die Überquerung der Memel durch die Truppen Napoleons eines der besten Unternehmen dieser Art in der Kriegsgeschichte. In einer Nacht bauten die Franzosen drei Brücken, so dass sie schon am 24. Juni mit der Überquerung des Flusses anfangen konnten. Die Grande Armée bestand aus Truppen aus Frankreich, Holland, Deutschland, der Schweiz, Portugal, Spanien, Italien, Polen, Kroatien und Litauen.
Der Tag dieses aussergewöhnlichen Unternehmens am Anfang des Russland-Feldzugs Napoleons jährt sich 2012 zum 200. Mal
Die etwa 600 000 Mann starke Grande Armée setzte am 24. Juni 1812 in Kaunas über die Memel über. Nach 200 Jahren gedenken wir dieses Ereignisses vom 22. bis zum 24. Juni 2012 in der litauischen Stadt. Viele militärhistorische Vereine werden die damalige Flussüberquerung wieder aufleben lassen und in der ganzen Stadt werden die alten Zünfte, Strassenkünstler, Musikanten und Schauspieler die Besucher in den Strudel der Grande Armée mitreissen.
Anfang und Ende eines Abenteuers
Kaunas war die erste Grenzstadt, die am Anfang des Rusland-Feldzugs Napoleons zur Etappenstadt wurde.
Die Altstadt von Kaunas erwartet Sie und bietet Ihnen volle Modernität in einem nostalgischen Ambiente
Etwa 2000 Fans der Zeit Napoleons aus Frankreich, Grossbritannien, Deutschland, Belgien, den Niederlanden, Italien, Russland, Weissrussland, der Ukraine, Polen, Lettland und selbstverständlich aus ganz Litauen werden ein grosses Lager aufbauen und die Altstadt beleben. Über Napoleons Handeln lässt sich streiten. Aber seine politische und militärische Wirkung war bedeutend für viele Länder in Europa, auch Litauen, denn er war der Träger des Gedankenguts der Französischen Revolution. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit wurden zu Parolen des Frühlings der Nationen und das Selbstbestimmungsrecht der Völker wurde zu seinem Tenor. Ein Hauch von Freiheit begleitete die Grande Armée und bewegte dazu, vom Russland des Tsars Abstand zu nehmen und sich Europa näher zu fühlen. Vor dem Russland-Feldzugs Napoleons dachte der litauische Adel, dachten die Bojarden, dass das Grossfürstentum Litauen in irgendeiner Art wieder aufleben würde. Diese Hoffnung zerrann, aber das zur Legende gewordene Bild Napoleons inspirierte die Aufstände im 19. Jahrhundert. ... nachdem das Heer über den Fluss übergesetzt hatte, trafen der Pfarrer der Karmelitenkirche und der Bürgermeiter von Kaunas den französischen Kaiser. Dieser und etwa 200 Mann aus seiner Gefolgschaft liessen sich nieder im Karmelitenkloster (Kloster des heiligen Kreuzes) auf dem Ufer der Memel. Dort schrieb Napoleon 16 offizielle Briefe sowie Tagesbefehle und auch drei Briefe an die Kaiserin. Die Garde bezog Quartier in der Stadt während das Gros der Armee sich in den Vorstädten niederliess. Das Haus NapoleonsDas Haus Napoleons weist einen wunderschönen Renaissance-Giebel auf. Die Bezeichnung des Hauses ist auf eine Legende aus der Zeit der Grande Armée in Kaunas zurückzuführen. Die Franzosen hatten ihr Pulver und ihre Munition in diesem Haus gelagert. In einer Regennacht im Juni sei der Kaiser selbst zu dem Haus gegangen, um zu prüfen, ob die Soldaten die Wacht gut hielten. Aber der Regen sei immer heftiger geworden und schliesslich habe sich ein Sturm erhoben, so dass der Kaiser die Nacht in diesem Haus verbracht habe. Die Hunde, die den Kaiser rettetenAuf dem Rathausplatz, neben dem Postmuseum steht der Hunde-Brunnen aus dem Jahr 1987. Der Künstler hat sich von einer alten Legende inspirieren lassen, die erzählt, dass der Kaiser, der da geruht habe, von bellenden Hunden vor einem Angriff durch Kosaken gerettet worden sei.  Kasimir Wojniakowski (1772 - 1812). General Josef Anton Kosakovskis Napoleons Adjutant
Im Jahre 1812 verpflichtete sich Josef Anton Kosakovskis, der polnischer Abstammung war und zum litauischen Adel gehörte, in der Armee von Napoleon. In dieser Armee kämpften zahlreiche litauisch-polnische Patrioten, die hofften, mit der Hilfe Frankreichs den Staat beider Nationen in den Grenzen von 1772 wieder errichten zu können.
Kosakovskis zeichnete sich besonders im Russland-Feldzug aus. Er wurde sogar Armee-Kommandeur vor Moskau. Zum General erhoben, erhielt er den Titel eines Grafen. Für sein militärisches Talent, für sein ritterliches Benehmen, fûr seine Verdienste bekam der junge Adjutant ein Schwert von Napoleon sowie diverse Orden. Er wurde zum Offizier der Ehrenlegion gemacht. Der Kaiser schenkte ihm eine Locke, die jetzt im litauischen Nationalmuseum in Vilnius zu sehen ist. Josef Anton Kosakovskis blieb dem Kaiser bis 1814 treu und begleitete ihn im Exil auf Elba. Seine Leiche befindet sich in der Gruft der Famille Kosakovskis in der Kirche von Jonava, in der Nähe von Kaunas. |